Schon seit Ende August freue ich mich auf diesen Urlaub. Warum auch ein anderes Ziel zum Trainieren suchen, wenn im letzten Frühjahr alles gepasst hat?

So geht es am 08.03.2010 wieder mit Anke auf die Insel. Diesmal vergesse ich beim Check-In auch keine Gepäckstücke am Schalter, dafür hat Anke 6 kg zuviel – Gepäck natürlich ;-) Doch die Dame am Schalter interessiert das nicht ...

Der Flug ist pünktlich, doch beim Aussteigen aus der Maschine zweifle ich kurz, ob wir auch wirklich in Larnaca gelandet sind. Denn es empfängt uns ein komplett neues Flughafengebäude. Wir treffen noch rechtzeitig zum Abendessen im Aldiana ein. Ingrid und Michael, die ich noch vom 2006er Zypern-Urlaub kenne, sind schon 1 Woche da und haben uns einen Platz freigehalten :-)

Auch in diesem Jahr haben wir das Event mit Roadbike und Mountainbike gebucht. Es gibt diesmal 5 Rennradgruppen und 2 bzw. 3 MTB-Gruppen. Die Einführungsveranstaltung wird heute ausgelassen, da das Zusammenbauen der Räder wichtiger ist.

Dienstag, 9. März


Erste Ausfahrt. Lange bin ich mir unsicher, ob ich Gruppe 4 oder 5 fahren soll. Schließlich nehme ich doch die Stärkere und so geht es mit den Guides Diesel und Steffen los. Das Tempo ist für mich meist O.K., die wellige 100km-Runde nach 3,5 Stunden schon vorbei.

Diesel und Steffen:

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Mittwoch, 10. März


Heute werden die ersten Berge gefahren. Wiedersehen mit den Klassikern: Choirokoitia, Melini, Germasoigea, Limassol. Sind gestern (neben Guides und Ausstellern) noch 4 Gäste mitgefahren, sind es heute nur noch 2. Und im ersten Anstieg nach Vavla weiss ich, dass ich heute das Schlusslicht am Berg geben werden – ich hasse das. Meine Moral ist dann in Limassol endgültig am Ende, da wir ab hier die letzten 40 km auch noch bei heftigem Gegenwind absolvieren müssen.

Pause in Akrounda:

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Donnerstag, 11. März


Ruhetag. Gelegenheit mit Michael auszurollen, der sich gestern auch die Kante gegeben hat. So fahren wir gemütlich nach Kalavasos und trinken zypriotischen Kaffee.

Michael (rechts) bei Zygi:

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Abends an der Bar ist Anke soooo müde – und kaum auf dem Zimmer muss ich noch stundenlang Germany's Next Topmodel ertragen (also ich mein jetzt nicht Anke selbst, die sass nur völlig apathisch vor der Glotze ...).

Freitag, 12. März


Wieder Gruppe 5 mit Diesel. Die Runde geht nach Agios Soziomenos und ähnelt vom Profil her der ersten Ausfahrt. Die Gruppe läuft gut, das Tempo ist in Ordnung. Beim Kaffeetrinken treffen wir noch Gruppe 4 mit Anke.

Ute und Anke:

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Samstag, 13. März


Heute kein Rennrad. Bei Matze hab ich mir einen 16kg-Bock ausgeliehen. Es geht per Transfer nach Kionia, wo es auf gut 1200 m Höhe direkt in einen schönen Trail geht. Ohne Warmfahren passt mir das gar nicht, zumal auch direkt ein paar technische Passagen kommen. Doch schneller als erwartet hab ich mich an das Rad gewöhnt und der Trail wird flowiger.

Irgendwie mystisch:

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Leider ist er viel zu schnell vorbei und so geht es auf Waldautobahnen bis nach Lythrodontas, wo wir Kaffeepause machen. Vom Rest dieser Ausfahrt sind nur noch die Bachdurchfahrten erwähnenswert, hier bekommen meine neuen Schuhe eine Volldusche, da sie auch bei waagerechter Pedalstellung komplett untertauchen.

Mareen im Wasser:

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Der Rest des Heimweges ist nur noch Quälerei, da der 16kg-Bock auf der Strasse nicht sonderlich gut rollt ...

Sonntag, 14. März


Königsetappe der ersten Woche. Doch daraus wird nix. Das Tempo ist mir heute definitiv zu hoch und ich biege in Eptagoneia ab.

bei Kalavasos:

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Zudem ist mein Kopf nicht frei, weil ich mir Sorgen um Anke mache. Sie ist morgens mit einem entzündeten Mückenstich aufgewacht, der auf die Größe einer Hand angeschwollen ist. Natürlich passiert das am Sonntag, der Club-Arzt ist nicht da, die Apotheke in Kiti hat geschlossen. Ein netter Taxifahrer fährt Anke nach Larnaca zur Apotheke – die Geschichte mit dem Pilze sammeln auf der Rückfahrt soll sie selbst erzählen ;-)

Leider wirken die Medikamente nicht wie gewünscht, nach dem Abendessen hat sich die Schwellung weiter ausgebreitet. Michael stellt den Kontakt zu Daniel her, Triathlet und Arzt, der sich Ankes Bein anschaut und erstmal Entwarnung gibt. Puh ...
Nochmals vielen Dank Daniel!

Montag, 15. März


Eigentlich Ruhetag. Bei Anke scheint das Antibiotikum zu wirken. Wir verabschieden uns von Ingrid und Michael, die heute abreisen. Sehr schade – und wie schnell ist die Woche vorbeigeflogen ...
Ich entscheide mich locker zum Kloster Stavrovouni zu fahren, da das in den Ausfahrten der ersten Woche ignoriert wurde. Das Wetter ist heute leider leicht dunstig, so dass die Fernsicht oben etwas eingeschränkt ist.

Das Ziel (links) vor Augen:

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Dienstag, 16. März


Die zweite Woche beginnt, neue Gäste sind angekommen. Die Guides haben getauscht, Diesel führt nun Gruppe 4, Christoph ist der neue Guide von Gruppe 5. Leider sollen dieselben Touren wie in der Vorwoche gefahren werden :-(
Dafür trauen sich ein paar mehr Leute in Gruppe 5 und die Sia-Runde fahren wir deutlich schneller als in der Vorwoche. Und auch Anke sitzt nach 2 Tagen Pause wieder auf dem Rad.

Mittwoch, 17. März


Wieder Germasoigea. Doch im Gegensatz zur Vorwoche läuft es diesmal in den Bergen wesentlich besser. Und auch der Gegenwind ab Limassol ist nicht so heftig.

Pause in Germasoigea:

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Doch Christoph hat die Schnapsidee, ab Limassol belgischen Kreisel zu fahren. Und ich merke schnell, dass ich damit nicht wirklich klarkomme. Ich kann kein konstantes Tempo fahren, im Gegenteil. Es sind immer wieder Lücken zuzufahren, die Antritte kosten Körner. Von der Strecke bekomme ich nix mit. Zudem hab ich das (subjektive) Gefühl, immer diese blöden Kuppen im Wind fahren zu müssen. Kurz vor Zygi hab ich dann die Schnauze voll und hänge mich mit einem weiteren platten Mitfahrer hinter den Kreisel, der dann an der nächsten Kuppe endgültig gesprengt wird ...

Donnerstag, 18. März


Ruhetag. Den brauch ich auch. Als wir mittags kurz ausrollen wollen, fängt es an zu regnen. Wir verschieben die Runde auf den Nachmittag, es ist kälter geworden, aber die Sonne ist wieder da. Mit Anke und Axel geht es regenerativ nach Kofinou und durchs Orangental zurück.

beim Früchtchen klauen:

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Anke und Axel:

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Freitag, 19. März


Wieder Agios Soziomenos. Ein "romantischer" Kaffeestopp gegenüber eines laufenden Betonmischers.

Pause in Mathiatis:

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Was noch? Die Geschichte mit dem Rucksack. Gruppe 5 mit Rucksack gefällt nicht jedem – und so bequatscht mich Lude und will mir für morgen 2 Flaschenhalter besorgen ...

 

Samstag, 20. März


Nicht schon wieder die gefühlt schon hundertfach gefahrene Strecke von Choirokoitia nach Vavla. Ich bequatsche Christoph und so fahren wir die Alternative über Kalavasos, Asgata, Sanida. Landschaftlich toll. Nach Melini gehts dann zur Sache, die Rampen nach Vavatsinia tun richtig weh, dann Kaffeepause in Pano Lefkara. Wir fahren noch über Kornos und ein Teil der Gruppe nimmt auch noch Stavrovouni mit. Das lasse ich aber bewusst aus, 1800 hm reichen mir, diesmal will ich die morgige Königsetappe durchfahren.

Sonntag, 21. März


Eigentlich freue ich mich auf den Anstieg nach Sykopetra, doch Christoph wirft die Tour um. So fahren wir die Gourri-Runde, aber entgegen dem Uhrzeigersinn. In Lythrodontas wundere ich mich schon über die Streckenwahl – und prompt hört kurze Zeit später der Asphalt auf. Auch der 2. Versuch endet in der Pampa ...
Wir erreichen schließlich das Kloster Machairas und stoppen für eine kurze Besichtigung. Ich wusste gar nicht, dass die einen mit Radklamotten reinlassen, aber das ist überhaupt kein Problem, ein Geistlicher führt uns sogar rum und erklärt. Es ist schon beeindruckend, wieviel Gold im Inneren der Kirche verbaut ist.
In Lazanias begegnet uns Gruppe 4 und nach der Abfahrt gibts in Gourri eine kurze Kaffeepause. Und die hat mir gar nicht gut getan. Ich leide am Anstieg nach Farmakas, die Strasse ist breit und man sieht ihr die Steigung nicht an. Schließlich erreichen wir den Odou-Pass und stürzen uns direkt in die geile Abfahrt. Was für eine Aussicht bis aufs Meer. Leider gibt es keine Bilder der letzten beiden Tage, da mit der Rucksack-Amputation auch die Kamera daheim bleiben musste ...

Montag, 22. März


Abreisetag. Der Abschied fällt schwer. Wir frühstücken noch und verabschieden uns von Petra, Tanja, Dorothee, Matt, Axel und Uwe. Auch gesundheitlich bin ich angeschlagen, seit Samstag huste ich etwas und nun scheint es eine ausgewachsene Erkältung zu geben ...

Tschüß Zypern, bis 2011?!

Fazit


Sieht man von den lästigen juckenden Insektenstichen ab, hat alles gestimmt. Danke Anke!

Der Wettergott war uns gnädig, statt 0° wie auf Malle hatten wir (bis auf 2 Tage) durchgängig > 20° und fast nur Sonne :-)

Auch die Guides haben überzeugt. Neben den Schweizern Stefan und Markus, die schon im letzten Jahr dabei waren, haben auch die Racing-Students einen tollen Job gemacht. Danke für die schönen Touren an Diesel, Christoph, Nico und Andy – und viel Erfolg bei euren Rennen!

 

Weitere Bilder findet ihr hier.