Das verlängerte Wochenende über Fronleichnam bietet sich geradezu für den nächsten Bike-Ausflug an. Als Ziel sind die Zugspitzarena und der Schwarzwald in der engeren Wahl. Letztlich gibt die Wettervorhersage den Ausschlag – und so starten Anke und ich am Mittwoch nachmittag Richtung Freiburg im Breisgau. Nach Ankunft in Kappel geht es aber wieder zurück nach Freiburg zur Erkundung der Stadt.

Fronleichnam, 03.06.10


Wir sind gespannt, was uns heute erwartet, sowohl leistungsmässig als auch technisch. Wir haben eine 4-Tages-Tour bei trailfactory.de gebucht. Wir fahren mit einer Aachener Gruppe und übernachten 3x auf Berghütten.

Nur das Wetter sieht nicht so gut aus wie gemeldet – es ist bewölkt und beim Frühstück wird es immer dunkler. Wir treffen dort unsere Mitfahrer Harald, Jörg, Markus, Matthes, Peter, Urban und Uwe sowie die Guides Eric, Hubert und Jakob.

Eric und Hubert:

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Die heutige Tour geht hinter Kirchzarten fast nur bergauf. Über Trails und Forstwege erreichen wir mittags die Georg-Thoma-Hütte, wo wir einkehren. Bis hierher hat das Wetter bis auf wenige Tropfen gehalten, doch nach der Pause ziehen wir uns das Regenzeug über: Nieselregen.

Im Trail:

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Trotz Mistwetter gute Stimmung, Jörg und Anke:

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Über Hinterzarten geht es zum Feldsee, weiter zur Paßstrasse und später steil zum Herzogenhorn. Dort ist es richtig ungemütlich, es regnet heftiger, die Sicht ist schlecht und die Temperatur eher winterlich. Es folgt ein schöner Trail abwärts bevor wir durchnässt die Krunkelbachhütte erreichen.

Die Motorradfahrer fragen uns beim Abendessen ungläubig, ob wir wirklich hier hochgefahren sind, ehe sie sich zulaufen lassen – auch eine Sportart ...


Freitag, 04.06.10


Vorm Frühstück geht der erste Blick nach draussen. Es sieht besser aus, zwar noch viele Wolken, doch beim Tourstart setzt sich endgültig die Sonne durch. Und auch die Gruppe hat ein sonniges Gemüt – die Rheinländer sind halt sehr locker und es passt einfach ...

Von der Krunkelbachhütte geht es erstmal abwärts nach Bernau und dann zum Hochkopf. Der Trail ist im letzen Teil bergauf nicht fahrbar ...

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... macht dafür bergab richtig Spass. Nach der Mittagspause gibt's nen schönen flowigen Trail, doch bei einem Drop schwant mir schon, dass die Landung auf einer Steinkante suboptimal war – Plattfuß. Pumpen bringt nix, ich muss nen Schlauch einziehen (Hab das Ding nach dem Wochenende in Frankfurt geflickt: Der Mantel hatte 2 grosse Löcher, ein Stollen war fast abgerissen, da hatte die Dichtmilch wirklich keine Chance ...).

Es geht über Wembach nach Neuenweg, dort füllen wir am Brunnen unsere Trinkvorräte auf. Eine üble Rampe kostet trotz Asphalt richtig Körner, doch die folgende Auffahrt zum Nonnenmattweiher ist noch schlimmer.

Nonnenmattweiher:

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Über den Westweg erreichen wir schliesslich die heutige Unterkunft, das Wanderheim Stockmatt.

Jörg hatte sich während der Tour nen Ast gefangen und dabei sein Schaltwerk angeknackst. Doris – unsere Wirtin – leiht im ihr Auto, um zum nächsten Radladen zu kommen. Was ein Service, und auch sonst fühlen wir uns hier sehr gut aufgehoben.

Samstag, 05.06.10


Vom Wanderheim Stockmatt geht es lange bergauf zum Hochblauen, zum Teil schön trailig. Oben angekommen geniessen wir die Aussicht.

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Zurück geht es dann über denselben Trail :-)

Kurz vor der Mittagsrast probieren wir noch eine neuen Variante aus – jedenfalls besser als die Waldautobahn zur Hütte. Nach der Stärkung und kurzer Abfahrt geht es in die lange Auffahrt zur Belchen-Hütte. Nach einigen Forstwegen geht es irgendwann in einen geilen, bergauf kaum fahrbaren Trail.

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Nach dem Aussichtspunkt ist Schieben angesagt, doch im weiteren Verlauf sind immer mehr Stücke wieder fahrbar. Hier bin ich in meinem Element, auch wenn es richtig Körner kostet. Leider haben wir noch eine unschöne Begegnung mit einem militanten Wanderer, was aber zum Glück die Ausnahme bleibt.

Gasthof Belchen:

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Der Rest der Strecke bis zur Hütte am Knöpflesbrunnen besteht dann leider fast nur noch aus Waldautobahnen.

Auch im Almgasthof Knöpflesbrunnen haben Anke und ich das Privileg im Doppelzimmer übernachten zu dürfen. Vor der Tour war ich lange skeptisch, ob ich diese Hüttenübernachtungen überhaupt mitmachen mag, da ich im Massenlager zu wenig Schlaf bekomme. Um so schöner, dass Eric uns immer ein Doppelzimmer organisieren konnte. Danke dafür!

Abendstimmung mit Quellwolke:

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In geselliger Runde nach dem Abendessen wird noch wild spekuliert, was Anke alles in ihrer Monstertasche mitschleppt. Doch auch Matthes konnte ihr dieses Geheimnis trotzt hartnäckigem Nachfragen nicht entlocken ;-)

 

Sonntag, 06.06.10


Die heutige Tour wird kürzer, da die Aachener um 14:00 zurück in Kappel sein müssen. Vom Knöpflesbrunnen geht es schön flowig einen Trail herunter – doch diese Höhenmeter müssen wir auch wieder herauf – und wie. Hubert verfährt sich ausnahmsweise und die nicht enden wollende steile Rampe endet im Nirvana. Wir schieben etwa 100 hm steil bergauf und erreichen völlig ausgepumpt wieder einen Weg. Die hart erkämpften Höhenmeter vernichten wir dann auf einer Schotterabfahrt nach Muggenbrunn ...

Schiebung:

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Auch die welligen Passagen bis nach Hofsgrund beinhalten noch diverse Schweinereien ...

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... weshalb wir dort die Bäckerei "überfallen". Von hier beginnt ein schöner Trail durch blühende Hangwiesen, der dann immer steiler bis zum Schauinsland führt. Dort geht es zu Fuß auf den Turm hinauf. Was eine Aussicht.

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Und nun folgt das Highlight der ganzen Tour: Die Abfahrt bis nach Kappel. Was ein Trail. Teilweise sehr wurzelig, selbst mit dem Enduro muss ich mir die Linie genau überlegen. Dann wieder schnelle flowige oder auch schotterige Passagen. Leider stürzt Matthes noch, hat sich aber zum Glück nix getan. Und so steht in Kappel allen das breite Grinsen im Gesicht.

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So muss eine Tour enden :-)