Wochenlang habe ich gezögert: Soll ich oder soll ich nicht?
Eigentlich viel zu gefährlich. Aber es ist das Heimrennen - und womöglich das Letzte. Hmmm. Doch die Saison durch einen Sturz versauen? Wie wird denn das Wetter?

Letztlich überwog doch der Reiz und ich habe mich für die 100er Runde angemeldet.

Am Start bin ich locker, doch das Gedränge auf den ersten km liegt mir gar nicht. Über 1500 Starter waren für die 100er Strecke gemeldet und quetschen sich durch den winkligen Kurs. Nach Kriftel geht's auf die breite Hauptstr. ins Lorsbachtal. Jetzt ist das Schlimmste vorbei - denke ich zumindest. Ich treffe Lars, doch ehe wir uns länger unterhalten können liegen wir auch schon mit etwa 5 anderen auf dem Asphalt. So eine Scheisse.

Körperlich ist uns nix passiert (halt etwas Tapete liegen lassen) und mein Rad scheint nach kurzem Check auch soweit O.K., also weiter. Lars hat weniger Glück, er muss kurze Zeit später wegen gebrochener Kettenstrebe aufgeben.

Kopfmässig hab ich das Rennen allerdings hier abgehakt, keine Motivation mehr. In Eppstein kommt dann die fiese Kopsteinpflasterpassage und der Schulberg mit krasser Steigung. Die Bergstrecke im Taunus bin ich erst am Sonntag abgefahren, Überraschungen bleiben daher aus. Die Streckenzusammenführung in Fischbach ist wie immer schrecklich, ab hier muss man die "roten Hindernisse" umfahren ...

Nach Kelkheim erwische ich eine schnelle Gruppe, nach der Führung platze ich aber auf der Breitenbachbrücke weg - und finde erst nach der Bindung Brauerei wieder eine vernünftige Gruppe, die dann aber gut und gesittet ins Ziel rollt.

Motivierend waren die vielen persönlichen Anfeuerungen an der Strecke. Vielen Dank! Habe mind. 7 mal meinen Namen beim Vorbeifahren gehört :-)

Fazit: Brauch ich net mehr. Das Fahren im Feld mit so einer riesigen Gruppe ist Lotteriespiel. Letztlich noch Glück im Unglück gehabt und trotz Sturz ein 36er Schnitt ist auch O.K. - und nach dem Pizza-Essen mit Bojan und Marcel ging es mir schon wieder viel besser ...