In Corona-Zeiten kommt man schon auf seltsame Ideen: Mit dem Rennrad zur Loreley.

Nicht, dass es sich um einen besonders schönes Ziel handelt, zumindest nicht, wenn man mit dem Rennrad anreist und das Besichtigen am Parkplatz endet. Aber die Loreley ist zumindest historisch interessant, hier habe ich seinerzeit 1989/1990 richtig geile Konzerte von Marillion und Simple Minds gesehen.

Bis nördlich von Wiesbaden kenne ich die Strecke, und von dort bis Schlangenbad nervt der Autoverkehr. Von Schlangenbad nach Bärstadt nehme ich den steilen direkten Weg, der fehlende Belag stört nur kurz vor Bärstadt, als es auf ausgewaschenem Schotter steil bergab geht.

Richtung Hausen gehts wieder bergauf, hier schwant mir schon Böses, als ich von diversen Teerlastern überholt werde. Somit befolge ich ab Hausen die Umleitung über Fischbach, die mir ungeplante Höhenmeter beschert.

Im Wispertal gehts dann lange bergab, auch hier ist leider der Borkenkäfer eingefallen, im Gegensatz zu anderen Regionen stehen hier aber die toten Fichten noch. Das Wetter zickt auch leicht, es tröpfelt mehrfach ein wenig, ohne dass es am Himmel bedrohlich aussieht. Nach dem langen Anstieg aus dem Wispertal heraus geht es noch über eine Hochebene ehe es in die Sackgasse zur Loreley hinabgeht.

Der Rückweg über Patersberg und Reichenberg bietet Aussichten auf diverse Burgen (siehe Burg Reichenberg als Titelbild), kurz vor Reichenberg ist die Strasse patschnass - gut getimed ...

Aber hier geht es erstmal lange hoch bis Oberwallmenach, richtig übel war aber der folgende Anstieg nach Algenroth. Über Nauroth geht es am Wispersee vorbei (nochmal gut fahrbarer Schotter) zum höchtsten Punkt der Tour bei Kemel.

Von hier wird es nervig, der Feierabendverkehr von Bad Schwalbach bis Wehen war leider nicht vermeidbar. Und so langsam gehen mir die Körner aus, der Wind ist gegen mich und jeder verbleibende Höhenmeter wird zur Qual. Gerade die letzten paar Kilometer von Eschborn bläst mir der Ostwind nochmal voll ins Gesicht und ich falle daheim sofort in die Eisdiele ein (fettes Spaghetti-Eis).

Fazit: Schöne und landschaftlich reizvolle, aber heftige Tagestour ohne Blick auf den Rhein. Wer den noch haben will muss entweder an der Loreley noch zum Aussichtspunkt wandern oder weitere Höhenmeter in Kauf nehmen und bis Sankt Goarshausen abfahren.

Tourplanung: Mit Komoot und Google Maps.
Tourdaten: 194 km, gut 3000 hm, Gps-Track