Montag, November 15, 2005

Transalp 2005 - Die Idee

Jenny ist Schuld. Als sie nach einer Sonntagstour beim Cafe durchblicken ließ, dass sie schon 2004 mitgefahren wäre, wenn nicht ihr Freund in letzter Sekunde gekniffen hätte – genau zu diesem Zeitpunkt hat es in meinem Unterbewusstsein klick gemacht.

Nach etwas hin und her stand dann Mitte November 2004 die Entscheidung fest: Wir würden den Dienstags-Radtreff der Uni Frankfurt (zumindest inoffiziell) mit 2 Mixed-Teams beim Transalp 2005 vertreten:

Jenny und Jörg als Team ‚Lappijosch’ (Start-Nr. 308), sowie
Reni und ich als Team ‚Don’t Hurt Yourself’ (Start-Nr. 265)

Die Anmeldung war schnell erledigt, das Geld schnell abgebucht, aber nun stand es endgültig fest …

 

Samstag, Juni 25, 2005

Transalp 2005 - Vorspiel

Mittwoch, 22. Juni 2005. Mir geht es beschissen. Pünktlich zum Transalp hat mich irgendetwas erwischt. Nach der gestrigen Dienstags-Ausfahrt (nur Regeneration, Max-Puls 192 muss ein Messfehler gewesen sein) geht körperlich nix mehr.

Donnerstag, 23. Juni 2005. Keine Besserung. Wenn es konkrete Symptome gäbe, wüsste ich wenigstens woran ich wäre. Also bin ich gesund. Eine letzte kleine Ausfahrt sollte gehen. 90 km war dann doch etwas viel, aber diesmal wirklich regenerativ.

Freitag, 24. Juni 2005. Ich werde nervös. Ohne Besserung überstehe ich nicht mal die morgige Autofahrt, geschweige denn irgendeine Etappe.

Samstag, 25. Juni 2005. Leichte Besserung. 8:45 Uhr bei Reni, die muss noch zur Post. 9:15 Uhr Kontakt zu Jenny und Jörg. Sind etwas früher weggekommen und schon bei Würzburg. Na denn, noch keine Etappe gefahren und schon hinten …

 

Samstag, Juni 25, 2005

Transalp 2005 - Oberammergau

Ankunft etwa 12:30 Uhr. Kaum im Ort treffen wir Jenny und Jörg, die auch gerade erst eintrudeln - wohl gut Druck auf dem (Gas-)Pedal gehabt.

Wir schreiben uns ein, zum Glück nix los. Nach den Formalitäten sind wir gespannt, wie viel Gepäck die ausgehändigte Tasche nun wirklich fasst und machen uns ans Umpacken und Räder zusammenbauen.

Die Tasche hat doch einiges an Volumen. Der Reißverschluss geht zwar nur widerwillig zu, doch er muss. Ein erster Hebeversuch ist ernüchternd. Ich habe Angst, dass sich nach 10m die Griffe verabschieden. Den Schultergurt zu benutzen wäre dessen Tod. Also noch mal Aussortieren, leichte Isomatte statt Luftbett und Pumpe, weniger Handtücher, … Wir schleppen schließlich die Taschen in unsere Unterkunft (Turnhalle) und richten das Lager für die erste Nacht im Camp.

Das Camp – eigentlich wären mir Hotelübernachtungen lieber gewesen, aber die anderen waren sofort dafür gewesen. Und auch mir war bisher kaum Negatives zu Ohren gekommen. Eine gewisse Skepsis machte sich dennoch breit, denn wie man die Herausforderung Transalp bewältigen sollte war das eine Problem, aber das Ganze ohne Schlaf und mit kaputtem Rücken – unmöglich!

Wir verlassen die noch fast leere Halle und entscheiden uns für eine kurze Ortsrunde per Rad. Draußen stoßen wir auf eine mittlerweile etwa 50m lange Schlange, Glück gehabt.

In Oberammergau schlendern wir übers Dorffest und die Expo. Jenny kauft noch eine aufblasbare Isomatte und auch ich investiere schließlich noch 20 € in ein solches Teil, da mir die ungepolsterte Isomatte doch etwas hart erscheint. Reni lässt noch was am Rad richten (Rose-Versand) und wir inhalieren gerade ein Stück Kuchen, als es zu Regnen anfängt. Irgendwie sind wir entspannt, besser heute als morgen. Der Schauer ist bald vorüber und zurück im Camp ist die Warteschlange noch länger geworden!

Plötzlich ruft einer meinen Namen und zu meiner Überraschung sehe ich Manfred. Mit ihm bin ich im März schon 1 Woche in Italien gefahren. Was für ein Zufall. Ich erfahre, dass sein Kumpel Jens den Startplatz beim Seeberger-Gewinnspiel gewonnen hat.

Wir sind pünktlich um 18:00 Uhr bei der Pasta-Party und finden einen strategisch günstigen Platz, um bei Eröffnung der Schlacht vorne mit dabei zu sein. Die Nudeln werden aus großen Mülleimern auf Plastik-Teller geschaufelt – weiterführende Überlegungen zu früheren Inhalten unterdrücke ich, sonst krieg’ ich nix runter.

Anschließend folgen Begrüßung und die Etappeneinweisung durch Uli Stanciu. Hier merkt man die Professionalität der Veranstaltung, es wird ernst. Schon morgen geht’s los. 7 Tage am Stück, kein Ruhetag. Keine Zweifel aber Respekt. Die Nervosität wird mit 2 oder 3 Bier weggespült.

Wir sind früh zurück im Camp. Ich habe gerade die Ohrstöpsel reingeschoben, als sich meine neue Isomatte mit einem lauten Knall verabschiedet. Die Lacher sind auf meiner Seite. Es wird eine harte Nacht, da ich zu faul bin, heute noch mal zum Auto zu laufen …

Sonntag, 26. Juni 2005. Es wird gerade hell und das Camp erwacht – keine Ahnung wie früh es ist. Ich muss aufs Klo, Glück gehabt, nur kurze Schlange.

Wir gehen rüber zum Frühstücken. Der Schlaf war unruhig, aber O.K. Das Frühstück geht (für die perverse Uhrzeit) sehr gut rein. Auf dem Rückweg laufe ich noch mal am Auto vorbei und entscheide mich doch dafür, das schwere Luftbett mitsamt Pumpe einzupacken. Zurück im Camp muss ich wieder aufs Klo, diesmal längere Schlange.

Wir packen, geben die Taschen ab und radeln zum Start. Wir finden unseren Startblock und haben immer noch ewig Zeit bis zum Start. Reni schlägt mich im ‚ich muss noch mal kurz Wasser lassen’. Unglaublich, aber den Titel gebe ich gerne ab! Fange wieder an zu Essen, 1 Banane, 1 Riegel, …

Bewertungen: Unterkunft: Befriedigend, Pasta-Party: Befriedigend, Frühstück: Gut.

 

Samstag, Juni 25, 2005

Transalp 2005 - Etappe 1

20050626_Transalp.jpg

Endlich 10:00 Uhr, neutralisierter Start. Wahnsinn, es geht los. Das Feld ist nervös, in der neutralisierten Phase wird es immer wieder zusammengebremst. Endlich echter Start, wo ist Reni?

Finde Reni wieder, habe – wie erwartet – Schwierigkeiten zu folgen. Mir liegt es nicht, jede Lücke zu nutzen und mich nach vorne zu pressen, möchte eigentlich lieber defensiver fahren, aber dann müsste ich abreißen lassen.

Wir fahren einen guten 30er Schnitt bis zum Ammersattel, erst hier schalte ich kurz aufs kleine Kettenblatt. Wir sind schnell in Österreich und blockieren den Verkehr auf der Fernpaß-Route. Reni macht Tempo, Jenny und Jörg lassen erstmal abreißen. Nach einem kurzen aber heftigen Anstieg erreichen wir die erste Verpflegung. Brauche Wasser und hantiere ewig mit dem Camelbak. Muss noch pinkeln. Wir merken nicht, dass Jenny und Jörg nur einen Minimalstopp hinlegen und vor uns wieder auf die Strecke gehen.

Im Flachstück vor dem Hahntennjoch geht es Reni wieder zu langsam vorwärts. Alex (‚wir können alles außer Hochdeutsch’) lässt sich nicht lumpen und statt 30 fahren wir nun 40. Die Gruppe wird gesprengt und als es links zum Hahntennjoch abgeht, bin ich am Arsch.

Der Pass beginnt mit einer hässlichen Rampe (1,5km zwischen 8 und 12,5%), ich kann Reni nicht mehr folgen. Ich sehe einige aus der gesprengten Gruppe wieder links vorbeiziehen und erhole mich erst etwas im folgenden flacheren Teil. Die zweite Verpflegungsstation lasse ich links liegen und würge einen PowerBar rein. Ich kämpfe noch mit dem Riegel als es wieder steiler wird. Es folgen 4km mit 8 bis 15% und wir werden bei 30° gegrillt. Es wird etwas flacher bevor eine letzte Rampe zur Passhöhe führt.

Die Abfahrt ist kriminell. Es geht genauso steil runter und man unterschätzt die Beschleunigung. Ich verbremse mich in einer Kurve und habe Glück, dass kein Gegenverkehr kommt. Von hier an langsamer, außerdem schmerzen die Hände vom Bremsen. Kurz vor Imst wird die Zeitnahme angekündigt, noch 300m. Ich trete noch mal richtig rein – und lasse es direkt wieder, meine Oberschenkel krampfen.

Die Ernüchterung folgt in Imst, da ich ja bis hierher dachte, nur Reni vor mir zu haben. Im Ziel bin ich aber ‚nur’ 4. von 4.


 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny03.56.0203.56.0215010
Jörg03.56.0203.56.0215010
Reni03.54.1703.54.1715613
Karsten03.57.2303.57.2315613

 

Sonntag, Juni 26, 2005

Transalp 2005 - Imst

Völlig am Ende, sowohl physisch als auch psychisch. Ich bewältige noch ein paar Höhenmeter um zum Roseversand zu kommen. Hatte beim Start festgestellt, dass ein Bremsbelag vorne zu hoch montiert war und der Grat schon sehr nahe am Reifen vorbei schliff. Den Gedanken, dass der Bremsbelag mir bei der Abfahrt vom Hahntennjoch den Reifen aufschlitzen könnte, hatte ich erfolgreich verdrängt, aber weiter fahren wollte ich so nicht. Die Schlange bei Rose war mir aber zu lang, also zum Camp und selber reparieren.

Wir sind im Camp von Jörg und Jenny getrennt, weil wir die Taschen nicht zusammen abgegeben haben. Ist mir heute auch egal. Rad reparieren, duschen, ein Belohnungs-Bier. Anschließend noch in die Stadt (Reni war sogar noch im Freibad), zurück im Camp gibt’s schon wieder Nudeln.

Das Essen ist gut, nur ein Essen zu bekommen ist nicht so leicht. Wir stehen bestimmt 45 min. an und die Schlange nach uns wird länger und länger. Wir essen draußen. Der Wind zerrt schon länger bedrohlich am Plastik-Geschirr und ich ziehe zur Krönung des Tages das große Los: Irgendein Penner schafft es mir sein Tablett mitsamt Salat-Soße zu überlassen, was mein weises T-Shirt optisch aufhellt.

Eigentlich bin ich immer noch für 1 Bier zu haben, aber dieser Tag hat mich fertig gemacht. Die harte Etappe und gesundheitlich immer noch angeschlagen: Ich liege um 21:00 Uhr im ‚Bett’.

Bewertungen:
Unterkunft: Befriedigend, Pasta-Party: Mangelhaft (wegen Organisation), Frühstück: Mangelhaft (kein Käse, keine Wurst, Mengen beschränkt).

 

Montag, Juni 27, 2005

Transalp 2005 - Etappe 2

20050627_Transalp.jpg

Meine Stimmung ist weiterhin auf dem Tiefpunkt. Mir schwant, was heute passieren wird. Ich habe zwar gut geschlafen, bin aber trotzdem körperlich am Ende. Auch die Beine versprechen nichts Gutes.

Wir fahren zur Startaufstellung, wie üblich warten – pinkeln – warten – pinkeln …

Zwischenzeitlich werden wir fotografiert, folgendes Bild fand sich auf www.tourtransalp.de

JTT2005_2706_02.jpg

Gut 30 km der Etappe sind neutralisiert (wegen Ampel an Brückenbaustelle). War ich deswegen vorab erleichtert, so verfluche ich bald diese Phase. Das Feld fährt unruhig, es wird die Gegenfahrbahn mitgenutzt, was bei Hindernissen immer wieder zu Vollbremsungen führt. Kurz vor St. Anton dann der echte Start und schon sind wir im Anstieg zum Arlbergpass.

Ich kenne den Pass (vom Auto aus) und gehe ihn ruhig an. Die anderen 3 sind schnell entschwunden, doch Reni wartet oben an der Verpflegungsstation. In der Abfahrt finden wir eine gute Gruppe – bis ich meine Klingel verliere. Anstatt das Ding abzuschreiben (auf die Idee bin ich gar nicht gekommen) halte ich an – und die Gruppe ist weg.

Reni hat mein Missgeschick mitbekommen und wartet, nun heißt es Hinterrad halten. Dies glückt bis so ein roter Ötzi uns einholt und kurz darauf die Führung übernimmt. Und Tschüß…
Ich versuche mit der nächsten Gruppe wieder an Reni heranzukommen und gebe dieses Vorhaben leider zu spät auf.

An der 2. Verpflegungsstation (km 110) bin ich völlig platt. Und diesmal kommen mir ernsthafte Zweifel, wie ich den Rest der Etappe überleben soll. Zudem ist es brütend heiß, mein HAC4 meldet 35° C. Ich steige wieder aufs Rad, kurz nach der Mautstation beginnt der Anstieg zur Bielerhöhe und ich fahre schon im letzten Gang. Es folgen nun schreckliche 13 km mit durchgängig um die 10% Steigung, nur im oberen Bereich bei den Stauseen gibt es 2 kurze Flachstücke. Ich fahre strikt nach Höhenmesser, beim ersten Blick zeigt das Ding gut 1100 hm und ich weiß, dass es bis auf 2000 hinaufgeht – Ernüchterung. In einer der ersten Kehren steht ein Radfahrer. Offensichtlich hat er sich im Gebirgsfluss abgekühlt. Ich zögere kurz, entscheide mich aber dagegen. Mich überholt ein gelber Ötzi, kurz darauf sein Teampartner, ebenfalls im gelben Trikot des Ötztaler Radmarathons 2003. Ich werde aus meiner Lethargie gerissen, als der hintere Ötzi brüllt: „TRINKEN!!!“. Er meint natürlich seinen Teampartner, doch für mich ist dies der Weckruf. Jedenfalls zwinge ich mich jetzt, in jeder 2. Kehre zu trinken, was bei dieser Hitze überlebenswichtig ist. In der Hälfte des Anstieges kommt das Selbstvertrauen zurück. Klar, ich werde heute so richtig viel Zeit verlieren, aber ich werde die Etappe schaffen, und nur das zählt im Moment.

Es ist eine Schande, dass ich die Bielerhöhe fast komplett mit Tunnelblick fahre. Was ich noch von der Landschaft mitbekomme ist einfach genial, aber am Berg nebensächlich, wenn man ums durchkommen kämpft. Oben angekommen geht’s direkt in die Abfahrt nach Ischgl. Unterbrochen wird die einfache Schussfahrt nur durch wenige Flachstücke und durch eine unerwartete Doppelserpentine in einer Ortsdurchfahrt (ich glaube Galtür). Zum Glück kein Gegenverkehr. Danken muss ich auch noch der netten Rennradfahrerin (keine Transalp-Teilnehmerin), die mir ihr Hinterrad zur Verfügung stellt. In Ischgl dann noch mal Schikane: Anstatt von oben in den Ort zu rollen werden wir erst am Ort vorbeigeleitet, um uns dann nochmals bergauf quälen zu dürfen. Völlig fertig (aber den Umständen entsprechend zufrieden) rette ich mich ins Ziel.

 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny05.41.5109.37.5315111
Jörg05.44.3909.40.4115111
Reni05.51.5409.46.1120718
Karsten06.12.1410.09.3720718

 

Montag, Juni 27, 2005

Transalp 2005 - Ischgl

In Ischgl ist das Camp außerhalb in einer Tennishalle untergebracht. Die Räder bleiben im Ort und wir nutzten den Shuttle-Bus. Die Halle ist klimatisiert, allerdings so stark, dass einem ohne Pulli zu kalt wird.

Nach der katastrophalen Essensausgabe in Imst beschließen wir heute früh essen zu gehen und treffen schon um 17:30 wieder im Stadtzentrum ein. Aber wo ist die erwartete Schlange? Völlig ungläubig passieren wir die Eingangskontrolle. Es gibt 3 Essensausgaben und wir schaufeln uns sofort die Teller voll.

Nach der Etappenvorschau gehen wir noch mit Sebastien und Ruben ein Bier trinken. Nach dem Aufstieg zum Camp geht’s mit langen Radklamotten ins Bett.

Auch am nächsten morgen setzt Ischgl Maßstäbe: Wieder keine Wartezeiten beim reichhaltigen Frühstück.

Bewertungen:
Unterkunft: Befriedigend (wegen der Kälte!), Pasta-Party: Sehr gut, Frühstück: Sehr gut.

Dienstag, Juni 28, 2005

Transalp 2005 - Etappe 3

20050628_Transalp.jpg

Auch heute gibt es wieder eine Neutralisation bis zum Fuß des ersten Anstieges. Man will wohl die Raserei auf der Abfahrt vermeiden. Ich finde es so aber noch gefährlicher, da das Zusammenbremsen teils sehr heftig ist. Einen Augenblick nicht aufgepasst und beim nächsten Blick nach vorne steht alles.

Somit bin ich froh als wir nach Tobadill abbiegen um den ersten kurzen Anstieg des Tages zu bewältigen. Meine Beine melden sich sofort bei den ersten Höhenmetern, sind aber subjektiv etwas besser als am Vortag. Im Anstieg geht es sehr eng zu und ich fahre eher defensiv. Mit den Erfahrungen der letzten Tage ist sowieso klar, dass ich Reni’s Hinterrad nicht halten kann, also lasse ich sie ziehen und fahre mein Tempo.

Auch in der Abfahrt ist das Feld leider immer noch dicht zusammen. Auf einem Steilstück sehe ich rechts einen Radfahrer sitzen, der wohl gestürzt ist. Als ich meinen Blick wieder auf meinen Vordermann richte wird mir anders. Dieser wird irgendwie ausgehebelt, sein Rad fängt an zu flattern, er klinkt links aus und schafft es in letzter Sekunde wieder sein Rad unter Kontrolle zu bringen. Ich habe instinktiv sofort gebremst und bin auf die Bodenwelle vorbereitet. „Glück gehabt“ meine ich zu dem schon älteren Herrn, der diese akrobatische Meisterleistung vor mir vollbracht hat. Er ist blass und sagt nichts…

Bei der Analyse der Etappen vor der Tour habe ich diese 3. Etappe als ‚leicht’ eingestuft. Sie ist mit 100 km eher kurz und hat vor allem relativ wenige Höhenmeter. Allerdings hat uns Uli Stanciu bei der Vorstellung am Vorabend vor der Pillerhöhe gewarnt. Originalton: „Für diesen Berg werdet ihr mich hassen!“.

Diese Warnung vor Augen mache ich mir nach Landeck keinen Stress und schiebe mir vor der Pillerhöhe noch einen Riegel rein. Dann beginnt auch schon der Anstieg mit 3 km um die 10% Steigung. Ich bin natürlich wieder im letzten Gang und mir ist klar, dass das noch nicht alles sein kann.

Was folgt ist pervers (siehe Steigungskurve oben im Höhenprofil): Fast 2 km zwischen 15 und 20 %. Da würde kein Profi hochfahren! Zudem ist es richtig eng. Die Straße ist eher ein Radweg und ich muss den Gedanken verdrängen, was passieren würde, wenn irgendeiner vor mir absteigt oder umfällt. Ich käme nie und nimmer rechtzeitig aus den Pedalen. Ich finde einen Rhythmus, der aber immer wieder unterbrochen wird, da ich langsamere Fahrer vor mir wegen der Enge nicht sofort überholen kann. Mittlerweile fahre ich nur noch im Stehen. Der Puls steigt langsam aber stetig. Erste Gedanken: Wie lange geht das wohl noch gut?. Irgendwann ruft ein Zuschauer „noch 500 m, dann 5 % weniger“. Dies ist rechtzeitige Motivation und ich quäle mich weiter. Was aber, wenn der uns verarscht hat? Zurückfahren und eine rein hauen? Und dann noch mal hoch?

Ich fixiere die nächste Kurve und überlege schon dort zu halten, aber der Zuschauer hat uns nicht angelogen: Nach der Kurve geht es flacher weiter. Ich habe selten 10 % Steigung als so flach empfunden wie dort! Ich habe es geschafft: Der Mörderanstieg ist bezwungen, ich bin nicht abgestiegen. Bestandsaufnahme: Meine Beine fühlen sich ganz gut an und auch die Motivation ist zurück, nachdem ich am Berg doch einige überholt habe. Ich erreichte die Verpflegungsstation oben auf der Pillerhöhe und sehe gerade noch Jenny und Jörg abfahren. Na dann läuft es heute ja wirklich nicht schlecht. Ich fülle Wasser nach und lasse Wasser ab bevor ich die Verfolgung aufnehme.

Ich treffe in der Abfahrt einen roten Ötzi und versuche eine Unterhaltung mit „Schönes Trikot“ (habe dasselbe an…). Der ältere Herr (ca. 55- 60) antwortet irgendwas auf Ostdeutsch (keine Ahnung was). Ich hänge mich trotzdem dran, da er die Abfahrt ziemlich vernünftig angeht.

Wir sind schon fast unten als mir sein Tempo doch zu langsam erscheint. In der nächsten Serpentine fahre ich außen vorbei …

… Millisekunden können sooo lang sein. Ich fange schon fast an mitzuzählen. Wie lange schleift meine rechte Körperhälfte schon über den Teer? Reicht die Reibung wenigstens noch um vor der Leitplanke zum Stillstand zu kommen? War’s das jetzt mit dem Transalp? Was bist du doch für ein blödes Arschloch! Ich bin stinksauer auf mich selbst.

Ich komme zum Stillstand. Stehe instinktiv sofort auf, hebe das Rad auf und stelle es an die Leitplanke – ehe der nächste angeflogen kommt. Ein Zuschauer kommt angerannt, hält aber inne, als er mich wieder aufstehen sieht.

Bestandsaufnahme. Ich horche in mich hinein, bewege meinen rechten Arm. Gebrochen scheint nix. Ich blute am Unterarm und am Becken. Komisch, keine Schürfwunden an der Schulter. Keine Schmerzen, also weiter. Setze mich aufs Rad und trete in die Pedale. Widerstand. Absteigen, was ist los? Die Kette hat sich völlig in den Schaltröllchen verklemmt. Wie geht das denn? Ich brauche (subjektiv) fast 5 min. um diese Scheißkette wieder da raus zu bekommen und meine Kriegsbemalung ist komplett.

Endlich weiter! Ich schreie mich an: „Jetzt mach ja langsam!“. Bin voll Adrenalin und fahre die letzten Kehren hinunter. So eine Scheiße! Ich verfluche meinen Ehrgeiz! Ich weiß doch ganz genau, dass man in der Abfahrt keine Zeit gutmachen kann. Warum bin ich dem Ossi nicht weiter hinterhergefahren?

Ich fahre etliche km alleine, ehe ich auf eine größere Gruppe auffahre. Zu meiner Freude treffe ich Sebastien und Ruben. Wir verlassen Österreich und dürfen die Schweizer Grenze ohne Kontrolle passieren. War das Tempo anfangs noch moderat, so zieht es nun immer mehr an. Ruben fährt vorne raus und ich fahre bis zum letzten Anstieg mit Sebastien. Dort geht nicht mehr viel. Ich schleiche im letzten Gang und lasse Sebastien ziehen. Auf der Abfahrt fängt es an zu regnen, so dass ich auch auf den letzten km wegen meiner defensiven Fahrweise noch mal richtig Zeit verliere. Im Ziel angekommen ist es wieder trocken – und ich bin wieder nur 4. …


 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny03.52.5213.30.4516913
Jörg03.52.5113.33.3216913
Reni03.44.4613.30.5721319
Karsten03.59.0814.08.4521319

 

Dienstag, Juni 28, 2005

Transalp 2005 - Scuol

Ich lasse meine Wunden beim Tour-Arzt kurz reinigen und versorge sie nach dem Duschen selbst. Dabei fallen mir die Pflaster in die Hände, die ich von Manfred in Italien zurückbekam, nachdem ich ihm dort damit ausgeholfen hatte. So schließt sich der Kreis …

Wir gehen mit Sebastien und Ruben in die Stadt und essen noch eine Kleinigkeit, ehe wir zur Gondel aufbrechen. Die Pasta-Party findet heute auf dem Berg in etwa 2000 m Höhe statt. Schöne Idee, wunderbare Aussicht, leider wieder getrübt durch ewiges Anstehen an der Essensausgabe. Wir verfolgen die Vorstellung der Königsetappe (jedenfalls was die Höhenmeter angeht) ehe es wieder bergab geht.

Bewertungen:
Unterkunft: Gut, Pasta-Party: Befriedigend (wegen Organisation), Frühstück: Befriedigend (wegen Organisation).

Mittwoch, Juni 29, 2005

Transalp 2005 - Etappe 4

20050629_Transalp.jpg

Heute gibt es zum ersten mal keine Neutralisation beim Start. Es geht direkt in den ersten Berg nach Ftan. Danach folgen 2 km Schotter. Vor diesem Stück habe ich richtig Respekt, es erweist sich dann aber als einigermaßen fahrbar. Ein weiterer Hügel mit üblen Steigungswerten und nach einer geschlossenen Bahnschranke bei der Abfahrt folgt bald der erste Pass des Tages, der Flüela.

Bis heute haben wir immer Glück mit dem Wetter gehabt. Trotz angekündigter Schauer haben wir bis auf die paar Tropfen vor Scuol nix abgekriegt. Dies wird am Flüela anders. Schon im flacheren Mittelstück verspricht der Blick gen Himmel nichts Gutes und noch vor der Passhöhe muss ich stoppen, um meine Regenjacke anzuziehen. Bis hierhin habe ich meine Blessuren vom Vortag schon fast vergessen, doch nun schwitze ich unter der Regenjacke und die Schürfwunden am Arm brennen heftig. Ich halte auf der Passhöhe an der Verpflegungsstation und meine Stimmung ist unter dem Nullpunkt. Es hilft kein Jammern, also weiter.

Die Abfahrt ist schrecklich. Durch den Sturz bin ich sowieso nicht frei im Kopf und nun gießt es auch noch in Strömen. Das Wasser steht auf der Strasse. Die 15 km bis Davos gleichen einem Blindflug ohne Bremsen. So wenig Bremswirkung habe ich noch nicht erlebt, mir schmerzen die Hände. Nach Davos wird das Wetter wieder besser und nach einem nicht enden wollenden Tunnel empfängt uns die Sonne. Es ist sofort viel wärmer und so stoppe ich erneut um die Regenjacke loszuwerden. Nach einem Gegenanstieg geht die Abfahrt weiter und am Himmel braut sich ein Gewitter zusammen.

Wir nehmen den zweiten Pass des Tages in Angriff. Es fängt wieder an zu Regnen, als wir bei km 93 die 2. Verpflegungsstation erreichen. Ich will gerade wieder los, als ich Reni erblicke. Was für eine Überraschung, ich habe sie weit vor mir vermutet. Sie klagt über ihre Abfahrtskünste am Flüela – dort muss ich sie auch überholt haben. Ehe wir gemeinsam weiterfahren ziehen wir die Regenjacken an, weil es wieder in Strömen regnet.

Wir erwartet ist mir ihr Bergtempo zu schnell – ich schicke sie schließlich voraus. Der Albula ist landschaftlich Klasse und die verwegene Eisenbahn-Konstruktion ist sehenswert. Ich habe das Glück, auch noch einen Zug beobachten zu können. Etwa in der Hälfte des Passes hört der Regen auf und meine Stimmung verbessert sich, da ich doch an einigen Leuten vorbeiziehe.

Nach der Abfahrt folgen noch 13 leicht ansteigende km von La Punt nach Pontresina. Einen Augenblick gepennt und schon reißt vor mir die Gruppe auseinander. Ich versuche noch die Lücke zuzufahren. Schon angesäuert, weil kein anderer von hinten die Führung übernimmt, drehe ich mich um: Da ist nur einer hinter mir, etwa 55 Jahre alt, und der macht keinen frischen Eindruck.

Das war’s. Er führt mal kurz, den Rest darf ich bei Gegenwind vorne fahren. Am Ortseingang von Pontresina bin ich völlig fertig, es wird etwas steiler und als Dank fährt mir der Alte locker davon. Konsterniert quäle ich mich ins Ziel, wieder mal als 4. …


 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny06.06.2019.37.0517013
Jörg06.06.1919.39.5117013
Reni06.17.3719.48.3421620
Karsten06.23.4520.32.30216 

 

Mittwoch, Juni 29, 2005

Transalp 2005 - Pontresina

Die letzten km haben mich kräftemäßig ausgelaugt. Im Ziel muss ich erstmal meinem aufkommenden Hungerast entgegenwirken. Nachdem die Zielverpflegung bisher eher kümmerlich ausfiel überrascht mich Pontresina hier sehr positiv. Es gibt u.a. Kuchen und 2 Arten belegter Fladenbrote (sehen aus wie kalte Hamburger). Am besten schmeckt der mit Chicken und Currysauce belegte, welcher aber auch am schwierigsten zu handhaben ist (wer hat es geschafft, sich nicht zu bekleckern?).

Danach ist mir trotz Regenjacke zu kalt. Wir bringen die Räder in den Bike-Park (Tiefgarage) und gehen ins Camp. In Pontresina gibt es 3 Camps (Schule, Turnhalle, Luftschutzbunker), und wir sind mal wieder getrennt. Ich verbringe erstmal mind. 10 min. unter der heißen Dusche. Geil, wie man doch die einfachen Dinge zu schätzen lernt.

Danach Klamotten waschen, Schuhe ausstopfen, Wunden pflegen, …

Pontresina ist perfekt organisiert. Keine Schlange bei der Pasta-Party, Platz für alle bei der Siegerehrung und der Etappenvorschau. Für die Tagessieger gibt es hier sogar Hotelgutscheine!

Zurück im Camp komme ich noch mit meinem erst spät eingetrudelten ‚Bett’-Nachbar ins Gespräch. Der hat im wahrsten Sinne des Wortes einen echt beschissenen Tag hinter sich und ich hoffe, dass er mich mit seinem Durchfall nicht ansteckt …

Bewertungen:
Unterkunft: Gut, Pasta-Party: Sehr gut, Frühstück: Sehr gut.

 

Donnerstag, Juni 30, 2005

Transalp 2005 - Risiken und Nebenwirkungen (Teil 1)

So ein Transalp hinterlässt Spuren. Ich meine jetzt nicht in der Radhose, sondern im Sozialverhalten. Man verliert jegliche Scham, etwa beim Umziehen im Massenlager. Der Körper passt sich der Tortur an und verlangt massenhaft Brennstoff. Leider muss das Zeug aber auch wieder raus, so dass man neben vermehrtem Aufsuchen der Toilette dauernd seinen Blähungen nachgibt. Ich möchte nicht näher auf Gerüche im Camp eingehen...

Bei Toiletten bin ich sonst empfindlich. Während der Transalp muss man aber froh sein im entscheidenden Augenblick überhaupt eine freie Toilette zu finden. Ob das dann ein Männer- oder Frauenklo ist, egal. Wie die Toilette aussieht und ob das Schloss funktioniert, ebenfalls egal. Nur Klopapier (oder etwas Ähnliches) sollte vorhanden sein…

Auch das Äußere leidet. Zum Rasieren fand ich irgendwie gar keine Zeit. Ich habe es dann in Riva del Garda nach der letzten Etappe geschafft. Und auch eigentlich nur, weil es richtig heiß war und der Bart zu kratzen begann…

 

Donnerstag, Juni 30, 2005

Transalp 2005 - Etappe 5

20050630_Transalp.jpg

Nach dem Frühstück (wir treffen Manfred und Jens) folgt das übliche Procedere: Zusammenpacken, Abgeben der Taschen, Rad aus Bike-Park holen und zum Start rollen.
Wir haben etwa 500 m vom Camp zur Tiefgarage (Bike-Park), dort angekommen meint Jenny eher beiläufig, wo denn mein Transponder ist…

Es folgt ein Adrenalinausstoß und ich renne die 500 m zurück zum Camp. Der Typ, der die Taschen verlädt, meint nur ‚Nicht schon wieder!’. Zum Glück komme ich im LKW ohne Ausräumen noch an das Außenfach meiner Tasche wo ich auch schnell den Transponder finde. Puh, noch mal Glück gehabt. Normal werfe ich das Ding abends immer in die Radschuhe, damit ich es ja nicht vergesse. Dummerweise sind die Schuhe aber gestern nass geworden und ich habe meine Ersatzschuhe angezogen. Scheiß Alzheimer…

Auch die heutige Etappe beginnt mit einer langen Neutralisation, erst am Fuße des Ofenpasses erfolgt die Freigabe des Rennes. Dort muss ich erstmal unplanmäßig stoppen, um Beinlinge und Wasser loszuwerden. Für mich ist die heutige Etappe die Königsetappe weil als 2. Pass das Stilfser Joch zu bewältigen ist: 25 km am Stück bergauf, mehr als 1800 hm!

Doch nun zuerst der Ofenpass: Es läuft ganz gut und schneller als erwartet bin ich in der Zwischenabfahrt. Der zweite Teil des Passes ist weniger steil, erst kurz vor der Passhöhe zieht es noch mal an. Störend ist hier der Autoverkehr. Wir werden dauernd von Bussen, Lastwagen und Wohnmobilen überholt und die Luft ist entsprechend schlecht. An der Verpflegungsstation auf der Passhöhe fahre ich vorbei und in der Abfahrt werden wir von zwei Lastwagen aufgehalten - schließlich kommt doch eine Stelle zum Überholen…

Es findet sich eine gut laufende Gruppe und wir passieren die Grenze nach Italien. Wir erreichen Prad und sind somit am Fuße des Stelvio. Mein Wasser ist fast aus und ich halte schon nach einem Brunnen Ausschau. Doch vergebens. Ich weiß, dass in Trafoi - etwa nach einem Drittel des Passes - die 2. Verpflegungsstation folgt. Irgendwann ist mein Camelbak ganz leer. Ich werde nervös denn es sind 30° und lange hält man das ohne Wasser nicht aus. Wenig später passieren wir das Ortsschild von Trafoi. Gott sei Dank. Doch dann Ernüchterung, als es wieder aus dem Ort herausgeht. Wo war die Verpflegungsstation? Habe ich mich vertan? Das Rätsel löst sich, als ein Zuschauer in die Menge ruft: Noch 2 km bis zur Verpflegung.

Dort angekommen mache ich den üblichen Flüssigkeitsaustausch (Wasser rein, Wasser raus) und treffe Sebastien. Er fährt mir zu schnell weiter, ich sehe ihn aber weiter lange vor mir herfahren.

Irgendwann ist die Baumgrenze erreicht und es folgt der berühmte imposante Anblick: Die in die Felswand gebaute Passstrasse, ganz oben links die Passhöhe. Wahnsinn! Ich kenne diese Bilder von der Aufzeichnung der Giro-Etappe und bin somit nicht schockiert (ob der noch anstehenden Strapazen), sondern freue mich an der einmaligen Landschaft.

Im oberen Drittel bringen wir den Autoverkehr teilweise zum erliegen. Es gibt daher einiges Aggressionspotential. Ein (deutscher) Autofahrer hat seinen Wagen absichtlich so weit rechts zum Halten gebracht, damit kein Radfahrer dort vorbeikommt. Wir scheren natürlich links hinter ihm aus und vor ihm wieder rechts rein. Nachdem sein Vordermann wieder ein Stückchen weiterfährt, muss er schnell die Lücke schließen – und würgt seinen Wagen ab. Die Lacher sind auf seiner Seite. Im zweiten Versuch schließt er die 5-Meter-Lücke mit Blitzstart und quietschenden Reifen – wer’s braucht…

Auch ich verfluchte die Autos. Es passiert mir zweimal in einer Rechtskehre, dass die überholenden Autos wegen Gegenverkehr in der Kehre wieder nach rechts ziehen, ich kann nur knapp einen Sturz vermeiden. Ich brauche meine Kräfte aber fürs Radfahren, so dass ich hier großzügig auf den üblichen Stinkefinger verzichte. Ich überhole Ruben, der – wie ich später erfuhr – einen ziemlichen Einbruch erlebt.

Auf der Passhöhe steht Sebastien, der wohl auf Ruben wartet. Ich fahre durch ohne eine Jacke anzuziehen und treffe kurz darauf Manfred. Wir fahren die ersten Kehren zusammen, dann lasse ich abreißen – mein Kopf bremst mich ein (Sturzfolgen…).

Spätestens nach dem ersten Tunnel nehme ich dann das Tempo ganz raus. Wir sind bei der Etappenvorschau schon gewarnt worden. Es gibt Tunnels mit Rechtskurve. Man sieht also bei der Einfahrt rein gar nichts, erst nach der Kurve erahnt man das Ende. Außerdem sind diese Tunnels Tropfsteinhöhlen, so dass man bei Einfahrt mit zu hohem Tempo in jedem Fall verloren hat. Vor diesem ersten Tunnel werden wir von Streckenposten gewarnt und völlig runtergebremst, weil im Tunnel der worst-case passiert ist. Ein Radfahrer ist mit vollem Tempo geradeaus gegen die Tunnelwand geprallt, Rettungskräfte sind schon vor Ort als ich vorbeirolle. Mir wird kalt. Ich bin bedient und kann mich den Rest der Abfahrt auch nicht mehr über die heutige Leistung freuen. Am Abend erfahren wir, dass dieser Radfahrer mehrere Rippenbrüche und einen Lungenriss davonträgt – wohl immerhin reparabel.


 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny05.45.0725.22.1216313
Jörg05.43.5525.23.4616313
Reni05.34.3125.23.0520418
Karsten05.43.3426.16.0420418

 

Donnerstag, Juni 30, 2005

Transalp 2005 - Bormio

Das Ziel liegt in der schönen Altstadt, doch an Zielverpflegung gibt es nur noch Wasser und Äpfel.
Wir rollen daher bald ins Camp und gehen später noch mal zurück. Wir finden einen Supermarkt (1 Eis) und besuchen noch ein Cafe im Zielbereich (1 Apfelkuchen, 1 Latte Macchiato), ehe wir pünktlich zur Pasta-Party wieder zurück im Camp sind.

Doch hier Ernüchterung. Ein großes Bier hilft zwar die lange Schlange zu überbrücken. Aber was uns dann als Essen aufgetischt wird, echt armselig: Eine Mini-Portion Nudeln.

Wir sind schnell einig: Noch mal in den Ort und was vernünftiges Essen. Reni nutzt ihr gutes italienisch und wir finden auch schnell die empfohlene Pizzeria. Ruben sieht echt scheiße aus. Ihm ist trotz warmer Jacke offensichtlich zu kalt und – im völligen Gegensatz zu sonst – ist er gar nicht gesprächig. Ich spüle die Pizza mit mehreren Bier herunter und falle später zufrieden ins ‚Bett’.

Bormio kann auch am nächsten morgen keine Pluspunkte mehr sammeln, im Gegenteil. Wir sind zum Glück früh beim Frühstück und können von dem Wenigen noch was ergattern, ebenso finden wir noch einen Sitzplatz. Die später Eintreffenden haben zum Großteil die A-Karte gezogen, es gibt keine Brötchen mehr, nur noch eingeschweißtes Zeug…
Einzig der Kaffe (Espresso) kann überzeugen.

Bewertungen:
Unterkunft: Gut, Pasta-Party: ungenügend, Frühstück: ungenügend.

Freitag, Juli 01, 2005

Transalp 2005 - Etappe 6

20050701_Transalp.jpg

Und auch wettertechnisch bleibt Bormio in übler Erinnerung. Pünktlich zur Taschenabgabe fängt es an zu Schütten. Am Start angekommen sind wir schon nass. Kein Wunder, dass auch mein Tacho nicht mag. War am Tag zuvor schon der Puls ausgefallen, so versagt heute auch die Geschwindigkeit, weshalb ich hier nur ein Zeitprofil bieten kann.

Das Roadbook weist diese Etappe mit 90 km aus, effektiv sind es dann aber 100. Man neigt im Vergleich zu den vorherigen Etappen dazu, diese zu unterschätzen. Für mich sollte es (neben der 2.) die schwerste werden.

Die Stimmung am Start ist mies. Die Wettervorhersage wird durchgesagt, tolle Motivation, vor allem die 3° C auf dem Gavia. Mir macht der Regen nicht so viel aus, da es erstmal bergauf geht. Der Gavia ist ein richtiger Brocken, 1400 hm am Stück. Ich fahre von Anfang an mein Tempo und kurbele stoisch mit Tunnelblick. Im oberen Bereich ärgern mich einige steile Rampen, eine davon will gar nicht enden. Landschaftlich kriege ich kaum was mit, muss mir später von anderen erzählen lassen, dass in den Gipfeln Neuschnee lag.

Mir ist oben kalt und ich gehe in die Abfahrt ohne an der Verpflegungsstation zu halten. Ich spüre bald meine Finger nicht mehr. Nach etwa 1 km muss ich halten, habe einen Krampf im linken Unterarm. Das darf ja wohl nicht wahr sein, wie soll ich hier ohne Vorderbremse runterkommen?
Ich fahre weiter und komme erst drei Kehren weiter auf die Idee, auch mal Unterlenker zu fahren. Es krampft wieder. Noch mal halten. Kurze Bewegungsübungen und weiter.

Zudem ist die Abfahrt kriminell, das Schlimmste, was mir beim Transalp unter die Räder kam. Die Strasse ist oftmals nur so breit, dass gerade ein PKW durchkommt. Dazu ist der Belag oftmals völlig aufgerissen, Schotterpiste. Teilweise extrem steil, bis zu 16 %. Und dann das Ganze bei Regen. Etwa Mitte der Abfahrt verläuft in einem Steilstück eine etwa 10 m breite Schlammspur quer über die Straße. Ich nehme die ausgefahrene Spur, links an mir schießen andere vorbei. Ich bete, dass die mich nicht abräumen. Im unteren Bereich kommen starke Windböen auf. Es dauert fast eine Stunde bis der Horror vorbei ist und ich sitze mittlerweile zitternd (nur wegen der Kälte?) auf dem Rad.

Ich freue mich, als ich in den Anstieg des Passo Tonale einbiege. Ich horche in meinen Körper hinein und packe sofort einen PowerBar aus. Habe im Anstieg zwar einen Riegel gegessen, doch das ist ewig her und ich weiß, dass mein Körper im Regen viel Energie verbraucht. Ich würge das Zeug rein und hoffe dem Hungerast zu entgehen. Das Wetter wird besser, es hört auf zu Regnen.
Doch dafür sind wieder massenhaft Autos unterwegs, auch der Tour-Tross muss heute die letzten beiden Pässe nehmen.

Oben angekommen sehe ich Jenny und Jörg gerade abfahren. Ich muss halten um Wasser zu tanken und pinkle hinter einem Polizeiwagen. Ich fahre weiter und finde in der Abfahrt eine Gruppe. Im Flachstück nach der Abfahrt sehe ich eine Gruppe vor uns, in der auch Jenny und Jörg fahren. Doch dranfahren ist nicht, da keine Sau außer mir führen will. Ich gebe dieses Vorhaben schließlich frustriert auf. Doch hier hilft mir der Zufall, als die vordere Gruppe eingebremst wird nutzte ich die Chance und sprinte von hinten dran.

Schon bald folgt der letzte Pass des Tages, der Carlomagno. Ich fühle mich gut und überhole Jenny und Jörg schon im unteren Bereich. Doch jetzt wird mir meine Regenjacke zum Verhängnis, die bei den mittlerweile hohen Außentemperaturen wie eine Sauna wirkt. Ich schaffe es, sie halb aufzumachen, doch dann klemmt der Reißverschluss. Als Jenny und Jörg wieder vorbeiziehen, ist mir klar, dass es so nicht weitergeht. Ich halte und verliere richtig Zeit wegen dieser Scheiß-Jacke. Ich verstaue sie im Camelbak und steige mit dickem Hals wieder aufs Rad.

Zwar sehe ich auf längeren geraden Stücken Jenny und Jörg noch, aber ranfahren geht nicht, zumal mir Jörg später erzählt, dass Jenny dort richtig reingeklotzt hat. Mir kommt der obere flachere Teil des Passes entgegen und erreiche dann auch bald die Passhöhe. Es folgt ein Tunnel ehe wir nach links nach Madonna di Campiglio abbiegen. Der Tunnel war wohl eine Ortsumgehung so dass wir nun wieder bergauf und gegen den Wind ins Zentrum fahren dürfen. Die Motivation ist weg und ich quäle mich ins Ziel.


 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny04.51.4530.13.5716313
Jörg04.51.4030.15.2616313
Reni05.00.3430.23.3920618
Karsten04.53.2631.09.3020618

 

Samstag, Juli 02, 2005

Transalp 2005 - Madonna di Campiglio

Die Zielverpflegung ist sehr gut, es gibt belegte Brötchen mit Salami u.a., das Personal kommt kaum mit der Nachlieferung hinterher. Wird ein Tablett zur Theke gereicht, hat das Ganze was von Raubtierfütterung…

Mir ist kalt. Wir geben die Räder ab und laufen zum Camp. Jetzt nur schnell aus den nassen Klamotten und unter die Dusche. Doch hier Ernüchterung. Es gibt wieder mal eine Schlange und kurz bevor ich dran bin, ist das warme Wasser aus.

Das kann doch nicht wahr sein! Da schindet man sich den ganzen Tag, friert einen Großteil der Etappe und dann muss man auch noch kalt duschen. Das Problem ist nur, man kann sich aufregen wie man will, man hat ja praktisch doch keine Wahl. Also kalt duschen …

Wir gehen noch zurück in die Stadt (Kaffee und Kuchen) und sind pünktlich zur Pasta-Party zurück. Die Schlange ist kurz, das Essen gut. Heute spielt eine Live-Band im Zelt, nicht ganz mein Geschmack. Es folgt die letzte Etappeneinweisung und nach diversen Bier (hier ist die Schlange leider nicht so kurz) falle ich wieder zufrieden ins ‚Bett’.

Das Frühstück ist eine Katastrophe. Nicht das Frühstück an sich, sondern die endlose Schlange. Es geht kaum vorwärts, so lange haben wir wohl noch nie angestanden. Ich frage mich dann immer, was sich die Organisation (die wohl jeweils bei den Etappenorten liegt) dabei gedacht hat – jedenfalls ein Punkt, wo die Transalp-Organisatoren zukünftig eingreifen sollten.

Nach dem Frühstück hole ich sofort mein Rad aus dem Bike-Park, um bei den Tacho zu sehen. Nachdem ich alle Batterien getauscht habe und das Ding immer noch nicht will, stelle ich fest, dass der Magnet verdreht ist. Das wäre auch einfacher gegangen …

Bewertungen:
Unterkunft: ausreichend (kalte Duschen), Pasta-Party: befriedigend, Frühstück: ungenügend (Organisation).

Samstag, Juli 02, 2005

Transalp 2005 - Etappe 7

20050702_Transalp.jpg

Es beginnt auch die letzte Etappe wieder mit einer Neutralisation bis zum ersten Pass. Der Passo Daone wird am Abend zuvor als Märchenwaldpass beschrieben und schön ist er auch, vor allem schön steil: 5 km mit fast immer über 10%, Spitzen bis 20%.

Wie üblich bin ich schnell alleine unterwegs, finde aber bald mein Tempo. Die Passstrasse ist eng und wegen der langen Neutralisation ist es sehr voll. Ich habe mir vorgenommen heute nichts mehr zu riskieren und fahre deshalb nicht am Anschlag. Ich schließe zu Jörg und Jenny auf, wundere mich und frage, ob alles O.K. ist. „Soweit ja“ antwortet Jörg und ich ziehe vorbei. Ich fahre wie üblich nach Höhenmesser - es hat sich bewährt zu wissen, wie lange die Quälerei zur Passhöhe noch dauert …

Mir fällt ein älterer Herr auf. Er ist mind. 60 Jahre alt, eher 65. Ich fahre an ihm vorbei und meine „Wäre schön, wenn ich in Deinem Alter auch noch so gut fahren kann“. Trockener Kommentar zurück: „Streng Dich an!“. Wir überholen uns noch mehrfach auf dieser Etappe, ich muss irgendwann nur noch grinsen, er grinst zurück. Ich merke mir seine Start-Nr. und sehe später zu Hause seine Zeiten nach: Wahnsinn, der ist viel weiter vor uns platziert und muss heute seinen Ruhetag eingelegt haben!

Oben angekommen fahre ich an der Verpflegungsstation vorbei. Für gut 70 km muss heute das Wasser reichen, ansonsten gibt es noch eine Getränkestelle am Passo Durone. Auch die Abfahrt läuft ganz gut und unten im kurzen Flachstück treffe ich Reni. Ich fange an zu zweifeln, ob ich nicht zu schnell unterwegs bin ;-)

Doch es folgt das Übliche: Ich kann (und will) ihr Hinterrad nicht halten. Der Passo Durone wurde uns als relativ harmlos beschrieben. Ich freue mich auf den letzten Pass, natürlich mit dem Hintergedanken, die schlimmen Steigungen hinter mir zu haben. Doch was ist das? Ich bin schon wieder im letzten Gang und diese Rampen haben doch auch mehr als 10%! Oder bin ich wirklich zu schnell angegangen und bezahle jetzt dafür? Ich schaue mich um, nein, die anderen kotzen auch gerade. Also zum x-ten Mal: Traue keiner Streckenbeschreibung, zumal keiner harmlosen…

Endlich oben angekommen bestätigt eine kurze Wiegeprobe, dass das Wasser reicht. Also nicht halten und weiter. Im Flachstück erspähe ich Reni in der Gruppe vor mir. Ich überlege kurz Tempo zu machen, entscheide mich aber dagegen. Den Rest der Etappe möchte ich genießen. Es folgt noch der Passo Ballino, wobei hier die Bezeichnung Pass ein Witz ist (jedenfalls von der Nordseite). Und nun weiß ich, es ist geschafft. Ich bekomme Gänsehaut, trotz mittlerweile 25° C. Die Anspannung fällt ab, ich versuche noch die Gefühle zu unterdrücken, um nicht die Konzentration zu verlieren. Der Gardasee rückt ins Bild. Die Strecke führt wunderschön in Serpentinen herab. Ich passiere die Zeitnahme und treffe danach Ruben und Sebastien. Ich halte an, wir umarmen und beglückwünschen uns. Sie warten noch auf Jenny, ich fahre weiter, da ich ja Reni vor mir weiß. Ich genieße die letzten km bergab. Wirklich geschafft! Wahnsinn! Ich kämpfe mit den Tränen und rolle ins Ziel. Leider finde ich Reni nicht sofort im Getümmel, dann endlich…


 Zeit TagZeit Ges.Platz Ges.Platz Mixed
Jenny02.33.1632.47.1316513
Jörg02.33.1432.48.4016513
Reni02.32.3432.56.1320418
Karsten02.32.4833.42.1820418

Sonntag, Juli 02, 2005

Transalp 2005 - Risiken und Nebenwirkungen (Teil 2)

Leider genossen nicht alle den Zieleinlauf. Ich hatte vor dem Transalp irgendwo sinngemäß den Spruch gelesen: Entweder ihr seid nach dem Transalp noch dickere Freunde oder ihr redet kein Wort mehr miteinander.

Letzteres trifft nun wohl auf Jenny und Jörg zu...

Ich war froh, dass ich nicht dauernd mit Reni zusammengefahren bin. Meine beste Freundin würde jetzt so was sagen wie „Klar, Du bist ja auch kein Teamfahrer!“. Das ist eher darauf gemünzt, dass ich angeblich nicht warten kann und dann ungeduldig werde. Na ja, das kam ja bei diesem Transalp nicht vor… Aber umgekehrt war ich oft froh wenn Reni alleine davonzog, es hätte mich mehr gequält, sie warten zu sehen.

Jenny und Jörg sind bestimmt mehr als 95% der Strecke zusammen gefahren. Und im Camp hockt man sowieso aufeinander. Das gemeinsame Fahren erhöht somit noch mal die Gefahr, dass man sich irgendwann auf die Eier geht (zumindest einer von beiden wird es so empfinden).

Sonntag, Juli 03, 2005

Transalp 2005 - Riva del Garda

Die Zielverpflegung ist O.K., es ist brütend heiß und Reni springt erstmal in den Gardasee (war wohl saukalt …). Es besteht Hitzschlaggefahr, so dass wir ins Camp gehen um zu Duschen. Im Camp hängt ein Schild „Duschen 300 m“ und ich treffe Ruben und Sebastien auf dem Weg. Ich habe vorher überlegt nur mit Handtuch bekleidet zu gehen, da ich das Ziel aber nicht sehe, nehme ich sicherheitshalber Klamotten mit. Das war auch gut so.

Zurück im Camp werfe ich noch mal einen Blick auf das 300-m-Schild – es ist inzwischen zu 1300 m mutiert und auch das ist noch untertrieben.

Den Nachmittagskaffee nehmen wir direkt am Gardasee ein. Ich bestelle einen Erdbeerbecher und ein großes Bier. Leider wird die Stimmung hier durch zwischenmenschliche Katastrophen (siehe Risiken und Nebenwirkungen unten) getrübt. Echt schade, so eine Leistung vollbracht, so gut gefahren, gesund durchgekommen – aber so ist das Leben.

Am Abend gibt’s nach dem Essen die letzte Siegerehrung und die Verleihung der Finisher-Trikots. Die Teams werden nach Start-Nr. aufgerufen und zur Verleihung nach vorne gebeten. Da bekomme ich sie nun, die Trophäe. Auch das ist für mich noch mal Gänsehaut pur, weil für mich dieses Trikot vorher das Motivations-Symbol war. Ich brachte es immer so auf den Punkt: „Ich will dieses Trikot!“. Und nun habe ich es…

Wir gehen abends getrennte Wege, wohl auch besser so. Wir (Reni, Jörg und die Freunde von Alex – er selbst war schon abgereist – Andi und Sven) trinken noch diverse Bier. Auf dem Rückweg ist noch Disco bei der Siegerehrung und Reni bleibt – unbemerkt von mir – hier noch hängen. Ich bin nur noch müde…

Am morgen danach gibt es ein sehr gutes Frühstück, ehe es um 10:00 mit dem Bus zurück nach Oberammergau geht. Das war’s, der Abschied von Riva del Garda fällt schwer, ich hätte hier noch locker eine Woche Urlaub dranhängen können.

Wir kommen heil in Oberammergau an und vermeiden es Jenny oder Jörg zu fragen, ob wir für die Rückfahrt irgendwie tauschen sollen. Jedenfalls kommen alle gesund in Frankfurt an.

 

Sonntag, Juli 31, 2005

Transalp 2005 - Nachspiel

Ich hatte schon in Riva del Garda ein leichtes Kratzen im Hals verspürt. Wir trafen uns dann am folgenden Dienstag zur üblichen Radrunde. Bei kleineren Erkältungen steige ich meist trotzdem aufs Rad – entweder es wird besser, oder…

Am Mittwoch hatte ich keine Stimme mehr, die Folgetage wurden noch schlimmer – was man so alles an Schleim produzieren kann. Ich musste dann freitags auch noch zur Tour-de-France nach Karlsruhe, weil ich Tribünenkarten gewonnen hatte und verbrachte folgerichtig das Wochenende danach komplett im Bett. Ich fuhr freiwillig eine Woche kein Rad.

Auch jetzt, fast vier Wochen danach, laufe ich meiner Form hinterher. Das war wohl die ‚perfekte’ Trainingsplanung. Bis eine Woche vor dem Transalp sehr gut in Form, und dann …
… hoffentlich bin ich bis zum Ötztaler Radmarathon Ende August wieder fit …

Ach ja, und das war garantiert nicht mein letzter Transalp!