Als Reni während der letzten Schwickershausen-Runde meinte, wir würden uns jetzt 20 Jahre kennen, musste ich widersprechen. Soweit ich mich noch erinnere fahre ich seit 2003 mit der Uni-Gruppe, es könnte auch 2002 gewesen sein. Und Reni kam erst etwas später dazu.

Schwickershausen ist ein gutes Stichwort, das war praktisch meine erste selbst konstruierte Runde. Nachdem mich Jörg bei einer Crosser-Tour diese Rampe zur Kreuzkapelle hochgescheucht hat war mir sofort klar, dass diese Quälerei in eine Rennrad-Runde gehört. Für mich ist das bis heute eine der härtesten Runden im Uni-Repertoire.

Und auch der schlimmste Sturz mit 2 Schwerverletzten ist auf einer Runde passiert, die nach Schwickershausen führen sollte, ebenso das Leiden von Joel bei seiner ersten Ausfahrt mit uns - ich werde seine Blicke nie vergessen.

Wieso ich das alles erzähle? Meine letzte Uni-Runde war die vom 20. Juli nach Schwickershausen.

Noch im letzten Jahr hätte ich mir das nicht vorstellen können. Jahrelang war der Dienstag Nachmittag fürs Rennradfahren geblockt, die Vorgesetzten entsprechend erzogen. Nicht nur das Fahren selbst, auch das Austüfteln neuer Touren hat mir immer Spass gemacht.

Doch mit der Corona-Krise brach auch unser Rennrad-Treff weg, nicht eine Tour in 2020 und erst Mitte 2021 der Neustart. In 2020 bin ich dann regelmässig mit Freunden in kleinen Gruppen gefahren und habe da schon schnell festgestellt, dass mir nichts fehlt. Im Gegenteil. Die Touren waren viel entspannter, keine Verantwortung als Guide und vor allem kein Stress mit Leuten, die man sich nicht aussuchen kann.

Ein weiterer Punkt ist das eigene Alter und die Leistungsfähigkeit. Als Guide muss man zwar nicht vorne mitfahren - das konnte ich eh nie - aber ich möchte auch nicht aufhören müssen, weil ich hinten aus der Gruppe falle.

Nachdem nun die Motivation weiter rapide abgenommen hat und das wechselhafte Wetter immer öfters als Ausrede herhalten muss ist nun der Zeitpunkt gekommen, endgültig aufzuhören.

Es hat mir viel Spass gemacht, vor allem die 5 Jahre als Guide der schnellen Gruppe. Ich habe viele liebe Leute kennengelernt und einige werden mir auch fehlen …

Machts gut, die Welt ist klein und man trifft sich eh mal wieder - und falls ich Heimweh bekommen sollte fahr ich halt als Gast mit.

Tschüss,

Karsten.